Arne Dahl, Vier durch vier, Piper Verlag
Es war nur eine
Frage der Zeit, bis die nächste Rechenoperation von Arne Dahl die Story um
Berger&Blom fortsetzen würde: vier durch vier ist eine würdige Fortsetzung
der Reihe und bietet, soviel darf verraten werden, einen Knaller am Ende, der
nach einem fünften Band schreit.
Berger ist
dabei, eine Privatdetektei auf halbwegs wirtschaftlich sichere Füße zu stellen
und kommt selbst dabei in Gefahr, auch wenn es nur um aufzudeckenden
Versicherungsbetrug geht. Von Molly Blom und dem gemeinsamen Kind gibt es erst
einmal keine Spur und auch der Kontakt zu seinen eigenen Zwillingssöhnen ist
erheblich schlechter geworden. Berger trifft, Zufall oder nicht, auf seine
frühere Partnerin bei der Polizei, Deer, die ihm den Besuch bei einer
Psychologin empfiehlt. Nach erheblichem inneren Widerstand beginnt Berger
tatsächlich mit einer Gesprächstherapie und fühlt sich besser mit der
Bewältigung seiner Dämonen. Doch seine Psychologin Rita hat einen Auftrag für
Berger: eine ihrer Kundinnen, die ihr ans Herz gewachsen ist, Nadja, soll
entführt worden sein. Ihm winkt eine stattliche Vergütung und er muss sich tief
in den mafiösen Sumpf von Prostitution, Geldwäsche und Menschenhandel
einarbeiten, der kaum zu durchdringen zu sein scheint. Inmitten seiner
Ermittlungen taucht Molly wieder auf und die beiden funktionieren wieder nahezu
perfekt als Ermittlerteam, nicht aber unbedingt als Eltern der kleinen Myrina,
denn Molly betont es mehrfach: „es gibt kein wir“. Die Uhr tickt, das Leben von
Nadja steht auf dem Spiel, Molly hat ihre eigenen Dämonen im Zusammenhang mit
den Ermittlungen aufgescheucht und Berger beginnt immer mehr daran zu zweifeln,
dass hier alles mit rechten Dingen zugeht. Als es dann hart auf hart kommt,
werden klassische Mechanismen gestartet, also Einzelgänge der Ermittler ohne
Kontaktaufnahme zum anderen. Hinzu finden die Handlungsstränge zueinander und
das falsche Spiel der einen Seite wird vom falschen Spiel der anderen Seite
getoppt und hintertrieben, sodass Berger und Blom in der Mitte zum Spielball
werden. Es geht um viel Geld, es wird getäuscht, gedroht, manipuliert, verletzt
und getötet. Verfilmt wäre dieser Krimi nichts für zart besaitete Gemüter. Der
Bösewicht, Vitenka, scheint am Ende die Oberhand gewonnen zu haben, und selbst
Bloms kleine Tochter wird in die Sache mit einbezogen. Es bedarf eines weiteren
Showdowns mit Unterstützung der Säpo, der in seinen Konsequenzen durchaus
heftig ausfällt. Wer sich danach auf ein romantisches Ende freut, hat die
Rechnung ohne Dahl gemacht.
Man findet auch
in diesem Band Motive wieder, die zu Dahls Markenzeichen gehören: das
Verwirrspiel, wem zu trauen ist, eine rasante Dramaturgie, der Showdown mit
Entführungen und der Cliffhanger am Ende. Die Persönlichkeiten Berger und Blom
können sich dennoch in diesem Band entwickeln und somit in Folgeromanen weiter
ausdifferenzieren. Dennoch kann man die Geschichte kaum aus der Hand legen, man
wird mitgerissen. Es ist großartige, spannende Unterhaltung und das Warten auf
den nächsten Roman wird hart werden.
Verlagsangaben
zum Buch:
- Erscheinungsdatum: 02.03.2020
- Seitenanzahl: 448
- ISBN/Artikelnummer: 978-3-492-05928-2
Link zum Buch:
https://www.piper.de/buecher/vier-durch-vier-isbn-978-3-492-05928-2
