Tuutikki Tolonen, Monsternanny - Eine haarsträubende Nachricht, Hanser Verlag
Von Dr. Verena Krenberger
Der dritte Band
um die sympathische Familie Hellmann und ihre Freunde aus dem Monsterreich ist
erschienen und erfreut im bekannten Tonfall die sehnsüchtig wartende
Leserschaft. Zunächst geht es für die Kinder der Familie darum, ihren Eltern
den abstrusen Plan auszureden, dass ein Umzug aufs Land sinnvoll sein könnte.
Dann wären sie ja nicht mehr auffindbar für ihre Freunde aus dem Monsterreich!
Spätestens als ein alter Freund, der Türwächter, bei ihnen im Badezimmer
einzieht, ist klar, dass wieder ein großes Abenteuer vor der Tür steht und da
müssen alle drei Geschwister mit aller Kraft zusammenarbeiten. Diesmal sind es
allerdings die großen und traurigen Themen über einen Abschied für immer, die
das Buch beherrschen. Mitfühlend und die Gefühle der Kinder wie der Abschied
Nehmenden genau porträtierend, nähert sich die Autorin diesem wichtigen Thema.
Denn sowohl Maikki, die vorwitzige und unerschrockene jüngste Tochter der
Hellmanns, sieht sich damit konfrontiert, dass ihr geliebter sprechender
Bademantel sie darauf vorbereitet, dass er schwächer wird und gehen muss und
ein anderer Begleiter seinen Platz einnehmen wird. Aber auch ihr Bruder Kaapo
muss sich damit auseinandersetzen, dass sein Freund Runar beständig und im
Zeitraffer altert, seit er nicht mehr in der Monsterwelt lebt. Im Gegensatz zu
vielen anderen Kinder- und Jugendbüchern haben die Erwachsenen in dieser
Trilogie einen zwar randständigen, aber positiven Part: Die Kinder sind die
Hauptpersonen, die die Probleme lösen und die Welt retten, aber sowohl die
Eltern der Familie Hellmann gehen auf ihre Kinder ein und lassen sich von deren
Argumenten überzeugen, als auch Runar, der alternde Monsterforscher, nimmt
Kaapo als gleichberechtigten Forscherkollegen wahr und unterstützt dessen
wissenschaftliche Veranlagung. Widerspenstige Lehrer, die auf starre Regeln
pochen, werden von den wohlgesonnenen Eltern einfach nicht für ernst genommen
und erfrischend abgebügelt. Denn so etwas Schnödes wie Schulregeln ist absolut
vernachlässigenswert, betrachtet man die Probleme, denen sich die
Hellmann-Geschwister stellen müssen:
Denn als der
Türwächter in ihre Welt gekommen ist, hat er leider vergessen, die Tür hinter
sich zu schließen. So kommen zunächst seltsame Nachrichten in Form von
kistenweise Laub in den Kinderzimmern aus der Monsterwelt an, später die
Monster selbst. Die Freude über das Wiedersehen ist natürlich groß – bis allen
klar wird, dass auch die gefürchteten Hexen, die das Monsterreich in ihre
Gewalt gebracht haben, durch die Tür gelangen können. Am Ende gibt es einen
großen Showdown im Kampf mit den fiesen Hexen und natürlich siegt das Gute über
das Böse und die knechtende Herrschaft der Hexen wird überwunden.
Etwas schade
ist, dass die Monster diesmal nur als Statisten in Erscheinung treten. Gerade
sie sind ja die liebenswerten Geschöpfe, um die sich die ersten beiden Bände
drehen – diesmal sind sie eher hinderlich, werden in der Schule zur Schau
gestellt und haben keinen großen Einfluss auf den Fortgang der Geschichte.
Rührend sind
allerdings die Abschiede dargestellt und hier haben die Monster eine schöne
Rolle. Sie nehmen herzergreifend Abschied von ihrem langjährigen Freund Runar
und stehen Kaapo und seiner Familie bei. Jeder junge Leser, der eine Oma oder
einen Opa verliert, findet hier in diesen Kapiteln einen Widerhall seiner
eigenen Gefühle, kindgerecht und trostspendend in Worte gefasst. Für Maikki
gibt es einen putzigen Ersatz, als sie sich von ihrem Bademantel verabschieden
muss und dieses Ende ist der Weg in eine ungewöhnliche Normalität, wie man sie
in dieser Familie nicht erwartet hätte.
Zusammenfassend
lässt sich sagen, dass dieser dritte Band charmant die bekannten Charaktere
vereint und dabei tiefgründig ist, so dass er den Fans der Reihe sicher Freude
bereiten wird.
Verlagsangaben
zum Buch:
- Erscheinungstag: 17.08.2020
- Seitenanzahl: 224
- Altersempfehlung: Ab 9 Jahre
- ISBN/Artikelnummer: 978-3-446-26624-7
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