Margit Auer, Die Schule der magischen Tiere:
Eingeschneit! Ein Winterabenteuer, Carlsen Verlag
Von Dr. Verena Krenberger
Ein neues
Abenteuer der Schule der magischen Tiere steht in den Regalen bereit und viele
Fans haben sehnsüchtig darauf gewartet. Passend zum Wintergeschäft ist es ein
Abenteuer mit viel Schnee und Weihnachtsstimmung geworden. Das Erstaunlichste
sollte aber gleich vorneweg erzählt werden: Kein Schüler hat ein neues
magisches Tier bekommen! Mag es daran liegen, dass dadurch mehr Stoff übrig
bleibt für weitere Bände? Es hat die jungen Testleser auf jeden Fall ein wenig
enttäuscht. Jeder mag die Tiere, die noch bei Mortimer Morrison in der
magischen Tierhandlung leben und man wünscht auch ihnen einen Gefährten für ihr
weiteres Leben. Diesmal steht insbesondere Murphy, der freundliche Eisbär im
Vordergrund und es wäre eine schöne Vorstellung gewesen, wenn er bei einem
Schüler eingezogen wäre. Vor allem das Versteinern der magischen Tiere, das sie
in Anwesenheit Fremder sofort praktizieren, würde wohl den lustigen Effekt
haben, dass der Gefährte von Murphy einen riesigen Plüsch-Eisbär durch die
Gegend schleppen müsste… Wie dem auch sei – das Konzept der Schule der
magischen Tiere trägt augenscheinlich auch über eine Geschichte ohne neue
Schüler-Tier-Konstellation hinweg. Die bereits eingeführten Charaktere sind
derart sympathisch und unterschiedlich, dass man sie gerne weiter begleitet.
Diesmal sind die
Schüler der Wintersteinschule an einem Samstag in der Schule, um mit ihrer
Lehrerin, der Schwester von Mortimer Morrison, Plätzchen für das Seniorenheim
zu backen. Mit dabei sind die magischen Tiere, die schon einen Schüler als
Gefährten gefunden haben. Nur fünf Kinder der Klasse sind noch ohne magisches
Tier und haben das volle Mitleid der jungen Testleser. Denn das Buch platzt
fast vor Harmonie zwischen den Schülern und ihren Tieren.
Das Abenteuer
nimmt seinen Lauf, als das Backen beendet wird und alle nach Hause gehen
wollen, sich die Tür aber nicht öffnen lässt, da es einen
Jahrhundert-Schneesturm gab. Ein wenig Grusel, ein wenig Feeling von
Pyjamaparty und Halloweenfeier und am Ende finden die Schüler am nächsten Tag
einen Weg nach draußen. Der grummelige Hausmeister ist ihnen dabei keine Hilfe
und die einzige Person, die ein wenig Negatives in das Buch bringt. Der kleine
Zwist zwischen der auf Gemeinsinn ausgerichteten Ida und der ein wenig
selbstsüchtigen Helene, die bei der Gemeinschaftsaktion, durch die hohen
Schneemassen einen Ausgang zu buddeln, eigener Wege geht, ist nach nur zwei
Buchseiten schon wieder beigelegt und Helene kehrt reumütig zur Gruppe zurück.
Das Buch liest
sich daher flott herunter und die Illustrationen von Nina Dulleck sind wieder
wunderbar herzerwärmend. Auch dieser Band reiht sich ein in das beste derzeit
auf dem Markt befindliche Konzept für die Altersgruppe Ende der Grundschule bis
etwa 6./7. Klasse. Die Testleser hätten sich allerdings etwas mehr Spannung,
Aufregung und – natürlich – ein weiteres magisches Tier in der Runde gewünscht.
Oder einem der vorhandenen Tiere ein neues Zuhause gegönnt. Vielleicht ist es
das nächste Mal eines der Erdmännchen, das einem der fünf verbliebenen Schüler
ein Gefährte sein darf? Da am Ende der sonst übliche Ausblick auf die nächste
Reise des Mr. Morrison ebenfalls fehlte, bleibt nur die Hoffnung, dass der
folgende Band ein neues magisches Tier herbeizaubert. Verpasst wird der nächste
Band auf keinen Fall!
Verlagsangaben
zum Buch:
- Erscheinungstag: 05.10.2019
- Seitenanzahl: 256
- Altersempfehlung: Ab 8 Jahre
- ISBN/Artikelnummer: 978-3-551-65046-7
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