Holger Haag, Lebensgroß – Wilde Tiere Afrikas, Coppenrath Verlag
Nach den
erfolgreichen Vorgängern der „Lebensgroß“-Reihe zu den Themen „Dinosaurier“ und
„Tiere des Waldes“ legt der Coppenrath-Verlag nun eine Fortsetzung zu den
wilden Tieren Afrikas vor. Bildgewaltig wie die Vorgänger reiht sich auch
dieses Werk gekonnt in die ausdrucksstarke Liga ein.
Es ist der
erklärte Anspruch der Reihe, biologisch korrekte Darstellungen einzelner
Körperteile und auch Gesamtportraits zu bieten, die den kleinen Lesern einen
Eindruck von der wahren Größe der Lebewesen vermitteln. So nah wie in diesem
Buch kann niemand einer Krokodilschnauze oder einer Löwentatze kommen und ihre
Facetten untersuchen. Dabei achtet der Illustrator auf kleinste Details, wie
Zahnbelag beim Krokodil oder feinste Haare in der Mähne des Löwen. Manches Bild
ist detailgetreu wie ein Foto und der Leser fühlt sich von einer treuherzig in
die „Kamera“ schauenden Giraffe direkt beobachtet.
Die Auswahl der
wilden Tiere Afrikas besticht dabei durch ihre Vielfältigkeit: So werden nicht
nur die „Big Five“ Elefant, Giraffe, Zebra, Nashorn und Löwe porträtiert,
sondern auch vier Vogelarten, von denen einige eher unbekannt (Schuhschnabel)
oder unscheinbar (Rosenköpfchen) sind. In den Steckbriefen zu jeder Tierart
werden zunächst einige Zahlen zu Gewicht oder Alter wiedergegeben, danach
folgen Fakten zum Aussehen, zum Lebensraum, zum Verhalten, zur Nahrung und zum
Nachwuchs. Im Folgenden werden einzelne Körperteile oder Charaktermerkmale der
Tierart näher beleuchtet – wie zB die 50cm lange Zunge der Giraffe oder die
Hitzebeständigkeit des Spießbocks. Dabei ist die Sprache der kurzen
Textabschnitte so gehalten, dass auch jüngere Kinder ab dem Vorschulalter dem
Inhalt folgen können, zugleich aber auch größere Kinder das Buch interessiert
zur Hand nehmen. Der Anspruch wissenschaftlicher Korrektheit wird auch in der
Angabe der lateinischen Gattungsbezeichnung deutlich. Dass neben dem
erreichbaren Alter in den Weiten Afrikas zugleich das durchschnittlich zu
erreichende Alter in Zoohaltung aufgeführt wird, führt schon jüngere Kinder an
ökologisch relevante Themen wie Artenschutz heran.
Würde man das
hervorragend gestaltete Buch noch verbessern wollen, hätte der Angabe des
Lebensraums noch eine Verortung auf einer Weltkugel gut getan, da es gerade für
jüngere Kinder schwierig ist, die Angabe „südlich der Sahara“ oder „Kongobecken“
zu visualisieren.
Des Weiteren
wäre eine Angabe über die Verbreitungsdichte ein guter Impuls gewesen, um
Kinder zur Problematik des bedrohten Lebensraums und Artenverlusts hinführen zu
können. Die Angabe, dass es nur noch wenige Hundert Gorillas gibt, hätte sicher
zum Nachdenken angeregt und gehört bei der Beschreibung der Tierarten
inzwischen leider zur Realität.
Der
Größenvergleich auf der letzten Doppelseite, dem die Größe eines Menschen im
Vergleich zu den vorgestellten Tieren zu entnehmen ist, lässt auch jüngeren
Kindern die beeindruckende Dimension eines afrikanischen Elefanten oder eines
Nilkrokodils bewusst werden.
Verlagsangaben
zum Buch:
- Erscheinungstag: 01.06.2021
- Seitenanzahl: 56
- Altersempfehlung: Ab 5 Jahre
- ISBN/Artikelnummer: 978-3649637905


