Suza Kolb (Autorin) / Anja Grote (Illustratorin), Emil Einstein (Bd. 3) - Das fabelhafte Schatzfinde-Gerät, Coppenrath Verlag
Von Dr. Verena Krenberger
Der dritte Band der freundlichen neuen
Reihe rund um den blond gelockten Emil von Suza Kolb ist nun erschienen und
knüpft fachmännisch an den Erzählstil der beiden Vorgängerbücher an. Routiniert
führt die Autorin in die Geschichte ein, Emil und seine drei tierischen Freunde
kommen zielstrebig in ihrem neuen Abenteuer an.
Erfreulicherweise sind in dieser Folge die
Eltern und Erwachsene generell nicht gänzlich unnütz oder störend, was in den
beiden Vorgängerbänden immer etwas sehr strapaziert wurde. Diesmal macht Emil
mit seinem Vater und mit seinen beiden Schulfreunden einen Wochenendausflug an
den nahegelegenen See. Sie radeln dorthin, übernachten im Zelt und natürlich
sind auch Leonardo der Kater, Berta die Maus und Kauzi der Waldkauz mit von der
Partie. Die Kinder bekommen recht bald eine Geschichte von einem versunkenen
Schatz erzählt, der sie auf den Grund gehen wollen. Als sie dann zwei Teenager
bemerken, die am Seeufer herumstreunen und später auch etwas Mysteriöses im See
versenken, erwacht ihr Detektivinstinkt. Leider fällt Emil so schnell nichts
ein, wie sie die Suche nach dem versunkenen Schatz und dem Riesenfisch, der ihn
hüten soll, über Wasser durchführen können. Erschwerend kommt hinzu, dass Emil
seine großartigste Erfindung vor seinen Freunden und den Erwachsenen geheim
halten muss: Die Tier-Übersetzungs-Maschine, kurz TÜM, soll sein Geheimnis
bleiben. Durch allerlei Verquickungen kommen seine Freunde aber hinter sein
Geheimnis, doch halten sie zusammen und verraten sein Geheimnis nicht weiter.
Als Emil endlich eine Lösung einfällt, ist die Konstruktion allerdings ziemlich
riskant und er bringt seine Freundin Berta die Maus ziemlich in Gefahr, als er
sie mit einem selbstgebauten Flugzeug über den See fliegen lässt. Zum Glück
geht alles gut aus und die zweite Version der Konstruktion gelingt bedeutend
besser. Am Ende lüftet sich das Geheimnis, Emil und seine Freunde verhelfen dem
See zu einem nachhaltigen Schutz und Emil macht sogar noch eine ganz geheime
und atemberaubende Entdeckung.
Emil mit den blonden Locken und der Brille
ist ein sympathischer Held. Seine Schulfreunde halten treu zu ihm, warten auf
seine genialen Erfindungen und gehen ihm brav zur Hand. Ihre Charaktere bleiben
etwas blass in dem Erzählstrang bisher, sie sind treue Mitläufer und Emil
definitiv der Kopf der Truppe. Es ist aber auch für das angedachte Lesealter
schön, von solch unkomplizierten Freundschaften zu lesen – in der Realität
sieht das ja üblicherweise anders aus. Dass Emil diesmal von dem kleinsten
Mitglied der Gruppe, von Berta der Maus, am meisten abverlangt und auch Kauzi
ziemlich viel erdulden muss, ist ein wenig schade: Bisher hat Emil mehr auf die
Sicherheit seiner tierischen Freunde geachtet und diesmal bringen sie sich Emil
zu Liebe ziemlich in Gefahr und müssen sich sehr überwinden. Natürlich geht
alles gut aus, aber es wäre schön, wenn Emil wieder etwas mehr Rücksicht nehmen
würde und eher sich selbst oder seinen menschlichen Freunden etwas abverlangen
würde als den Tieren.
Die Illustrationen sind wieder sehr
gelungen und liebevoll gemalt, so dass sowohl Erstleser ausreichend Lockerung
zwischen den Kapiteln finden, als auch beim Vorlesen genug Bilder vorhanden
sind, um sich in die Geschichte einzudenken.
Insgesamt eine klare Kaufempfehlung für
diese gelungene Fortsetzung der sympathischen Reihe über einen kleinen Helden,
der vor allem durch sein kluges Köpfchen besticht.
Verlagsangaben zum Buch:
- Erscheinungstag: 09.01.2023
- Seitenanzahl: 128
- Altersempfehlung: Ab 5 Jahre
- ISBN/Artikelnummer: 978-3-649-64101-8
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