Christian Loeffelbein (Autor) / Nikolai Renger (Illustrator), Die Monsterschule (Bd. 2) - Vorsicht, Frau Mistkäfer im Anmarsch!, Coppenrath Verlag
Von Dr. Verena Krenberger
Der zweite Band der neuen Reihe „Die
Monsterschule“ setzt die Geschichte rund um Lukas fort, den normalen Jungen,
der die Schule seines Onkels besucht, die sich als Schule für Monster
entpuppte. Begleitet von großartigen Illustrationen, die herzerwärmend witzig,
knallbunt und kindgerecht sind, entspinnt sich diesmal die Handlung um die
Schulbehördenleiterin Frau Mistkäfer, die die Schule am liebsten schließen
möchte. Lukas und seine Monster-Freunde unterstützen den Direktor dabei, das
Unheil von der Schule abzuwenden.
Im Gegensatz zum ersten Band kommt die
Geschichte nicht so gut in Fahrt und verzettelt sich zunächst in
Nebenschauplätzen: Neben Frau Mistkäfer gibt es ein mysteriöses Wasserproblem,
einen neuen Lehrer mit der verrückten Idee, mit Monstern Fußball zu spielen,
und das große Geheimnis, warum Lukas Freundin Nicki eigentlich auf der
Monsterschule ist. Die Kapitel stehen teilweise recht zusammenhanglos
nebeneinander – jedes für sich immer witzig geschrieben und unterhaltsam, doch
trägt nicht jedes gleichermaßen zum Fortschritt der Haupthandlung bei. Warum
plötzlich kein Wasser mehr fließt und wie das Problem gelöst wird, erschließt
sich den kleinen Leserinnen und Lesern nicht direkt, sorgt aber für einige
Lacher, wenn Tongo-Bongo im Himbeerschaum unter der Dusche steht. Seltsam ist
auch die Fixierung von Lukas auf Fußballsammelbildchen, die gar keinen Bezug
zur Geschichte haben, deren Suche aber immer mal wieder eingeflochten wird. Der
Autor ist diesmal nicht stringent bei seinen Hauptpersonen geblieben, dadurch
verliert die Geschichte an Kohärenz. Wie immer sind Erwachsene nicht wirklich
hilfreich: So stürzt der Gummibärchen liebende Direktor der Schule in
Anbetracht all der Gefährdungen seiner Schule in eine Art Depression, was Nicki
wissend als „Schwermutsanfall“ erkennt und als Lösung parat hat, Lukas Onkel
erstmal in Ruhe zu lassen. Siehe da – kurz danach ist er wieder fröhlich und
munter. Kinder von Eltern mit Depressionen würden sich freuen, wenn es so
einfach wäre…
Ab Mitte des Buches findet der Autor aber
wieder zu seinem leichten Stil und zu seiner eigenen Geschichte zurück: Als
endlich alle Nebensächlichkeiten gelöst sind, konzentriert sich der
Freundeskreis auf die Bewältigung des Hauptproblems. Wie überzeugt man Frau
Mistkäfer davon, dass die Monster-Schule eine ganz normale Schule ist, die
nicht geschlossen werden darf? Lukas und seine Freunde entwickeln einen
lustigen Plan, bei dessen Ausführung natürlich allerhand schief geht, der am
Ende aber gelingt. So retten sie die Schule, die das Zuhause all der
liebenswerten Monster ist. Die ausgelassene Party haben sich die Helden am Ende
wahrlich verdient! Der Cliffhanger zum nächsten Band verspricht Großes und
wilde Abenteuer, auf die man sich freuen kann.
Grundschüler, aber auch jüngere Kinder, denen
die Monsterschule vorgelesen wird, werden an diesem Band wieder ihren Spaß
haben. Die Helden sind nicht blank poliert, sondern haben ihre Schwächen und
Unsicherheiten, halten aber zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Sie
akzeptieren sich mit all ihren Fehlern und Seltsamkeiten und sind dadurch
besonders liebenswert. Die Testleser freuen sich sehr auf den dritten Band und
vor allem auf die wunderbaren Illustrationen, die der Geschichte erst den
richtigen Kick geben.
Verlagsangaben zum Buch:
- Erscheinungstag: 16.06.2023
- Seitenanzahl: 128
- Altersempfehlung: Ab 5 Jahre
- ISBN/Artikelnummer: 978-3-649-64055-4
Link zum Buch:
https://www.spiegelburg-shop.de/die-monsterschule-bd.-2/64055


