Ali Sparkes, Die Nachflüsterer (2) – Die Bedrohung, Hanser Verlag
Der zweite Band
der Nachtflüsterer-Reihe von Ali Sparkes setzt das großartige Szenario des
ersten Bandes gekonnt fort. Wir treffen die drei Helden, die Nachtflüsterer
Matt, Tima und Elena wieder, sowie den seltsamen Vampir Spin. Die drei Kinder
wachen jede Nacht um 1:34 Uhr auf, da sie – wie aus dem ersten Band bekannt –
von einem kosmischen Strahl geweckt werden. Sie haben zusätzlich die Begabung,
mit Tieren kommunizieren zu können: Matt mit Vögeln, Elena mit Säugetieren und
Tima mit Insekten. Auf ihren Streifzügen treffen sie auf eine seltsame Frau,
die sich als Carra vorstellt und nach einigen Verwicklungen wird deutlich, dass
sie von einem anderen Planeten zur Erde geflogen ist, um einen Abtrünnigen
ihres Planeten zu fangen, der die Erde unter seine Kontrolle und die Menschen
ausrotten will. Somit ist klar, dass die Kinder nicht nur Tiersprache, sondern
jede beliebige Sprache dieser und aller anderen Welten verstehen und sprechen
können. Eine der stärksten Szenen des Buches ist jene, in der die außerirdische
Carra Tima mit einer Art Schleimwaffe angreift und auf dem Boden fesselt und
Tima nach einigen Warnungen ihre Insektenfreunde auf Carra loslässt, die sie in
die Flucht schlagen.
Im Verlauf der
Geschichte wird klar, dass der Abtrünnige namens Morto eine Orchideenart so
verändert hat, dass ihr Blütenstaub die Luft für Menschen todbringend
verseucht. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bei dem auch die Eltern der
Kinder verletzt werden, da sie den schädigenden Blütenstaub eingeatmet haben.
Mit Hilfe von Carra und auch Spin gelingt es ihnen schließlich, Morto zu
stellen und gefangen zu nehmen. Tima ruft ihre Heuschreckenfreunde, die der
Blütenplantage den Garaus machen.
Wie schon im
ersten Band, ist die extraterrestrische Fantasy etwas dick aufgetragen, gehört
aber zum Grundtenor des Buches. Etwas weniger hätte es allerdings auch getan –
dass immer gleich die ganze Menschheit gerettet werden muss, ist ein wenig viel
des Guten. Insbesondere, da es der Autorin wieder sehr gut gelingt, die
Charaktere zum Leben zu erwecken und das Zusammenspiel der Kinder mit den
Tieren so darzustellen, dass die jungen Leser realitätsnah das Gefühl haben,
auch sie könnten plötzlich solche Kräfte entwickeln. Dass die Kinder ihre
Kräfte nicht missbrauchen und wahllos ihre Tierfreunde auf ihre Feinde hetzen,
sondern abwägen, was sie den Tieren zumuten können und worum sie sie bitten
möchten, ist eine besondere Stärke des Buches. Wie auch im ersten Band spielen
die Erwachsenen eine untergeordnete Rolle, sind höchstens hinderlich oder im
besten Fall unbedarft und die verschieden nachgezeichneten Elternmodelle (im
Falle von Tima überfürsorglich, von Elena psychisch krank und von Matt
gewalttätig) werden auch diesmal als traurige Hintergrundmusik der Charaktere
gekonnt eingewoben und lässt die Kinder noch reifer wirken.
In diesem Band,
ist die Geschichte deutlich gehetzter und spannungsgeladener als im ersten
Band. Die Kinder jagen von einem Spannungsbogen zum nächsten und oft gelingt es
ihnen erst in letzter Sekunde, die nächste Hürde im Wettlauf gegen die Zeit zu
nehmen. Das Buch kann man in diesen Momenten auf gar keinen Fall aus der Hand
legen.
Ein Cliffhanger
ist die Figur des seltsamen Vampirs Spin. Er scheint in Elena verliebt, mag die
anderen Kinder allerdings gar nicht und hilft eher widerwillig, weil er eben
diese Welt braucht, um in ihr zu leben. Er verabschiedet sich auf den letzten
Seiten des Buches von Elena mit einer vagen Andeutung, er sei eine Weile weg
und es darf vermutet werden, dass Band 3 Auskunft geben wird, wie es mit ihm
weiter geht. Jeder Leser von Band 1 und 2 der Nachtflüsterer, wird schon gebannt
darauf warten…
Verlagsangaben
zum Buch:
- Erscheinungstag: 22.07.2019
- Seitenanzahl: 272
- Altersempfehlung: Ab 10 Jahre
- ISBN/Artikelnummer: 978-3-446-26443-4
Link zum Buch:
https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/die-nachtfluesterer-die-bedrohung/978-3-446-26443-4/
