Disney, Der Nussknacker und die Vier Reiche: Der Roman zum Film, Ravensburger Verlag
Der erfolgreiche
Film „Der Nussknacker und die vier Reiche“ aus dem Hause Disney auch als Buch –
ist das ein Erfolgsrezept? Die auf dem Klassiker von E.T.A. Hoffmann
basierende, aber völlig neu interpretierte Geschichte rund um die Heldin Clara
Stahlbaum, ihren Onkel Drosselbart, den Nussknacker und die Zuckerfee schwelgt
in typischer Disney-Pracht. Aber die taffe Heldin Clara hat feministische Züge,
da sie entgegen der Etikette ihr handwerkliches Geschick auslebt und in der
Welt des Nussknackers gegen den Mäusekönig kämpft und ein Heer von Soldaten
befehligt. Die im Film so gruselig dargestellten Szenen, wie zB jene, in der
der Mäusekönig sich aus abertausenden einzelnen Mäusen zusammensetzt, sind im
Buch gut aufgenommen und die Gänsehaut ist dem Leser auch hier sicher.
Clara ist die
mittlere dreier Geschwister und erbt von ihrer gestorbenen Mutter eine Spieldose,
zu der ihr Onkel ihr später den zugehörigen Schlüssel gibt. Mit diesen
ausgestattet, kommt sie in das Land des Nussknackers und erlebt dort ein
Abenteuer, das an Alice im Wunderland denken lässt. Sie gerät in einen Konflikt
zwischen den Bewohnern der vier Reiche. Zunächst wird sie von der Zuckerfee
eingenommen, die sie herzlich empfängt. Dem Grundsatz „Traue keinem“
entsprechend, entpuppt sie sich als heimtückische Despotin, die mit ihren
Zinnsoldaten die Macht über die vier Reiche erobern will. Dagegen wird die
gruselige Mutter Ingwer später zur Verbündeten und unterstützt Clara und den
Nussknacker im Kampf gegen die wie Roboter auftretenden Zinnsoldaten. Clara
beweist wahren Heldenmut und muss aberwitzige Hindernisse überwinden, bis es
ihr gelingt, sowohl ihren Schlüssel zur Spieldose wiederzuerlangen, als auch
die Zuckerfee zu besiegen. Die Fotos des Films, die in der Mitte des Buchs in
Farbe abgedruckt sind, entführen auch den Leser in die Welt des Films und
beleben die prall ausgeschmückte Geschichte.
Etwas betrüblich
ist die ausufernde Traurigkeit in Claras Familie rund um den Tod der Mutter. Im
Kontrast zur überbordend farbenfrohen und üppigen Fantasiewelt, ist die Trauer
der Kinder und ihres Vaters über den Verlust nachempfindbar dargestellt.
Herzzerreißend ist am Ende die Szene der Versöhnung zwischen Vater Stahlbaum
und Clara, die auf dem Weihnachtsfest von Onkel Drosselbart zum Lieblingslied
der Mutter zusammen tanzen. Den berühmten Blumenwalzer aus dem Ballett von
Tschaikowsky hat man als Leser dabei sofort im Ohr.
Als Fazit steht
fest: Das Buch steht dem Film in nichts nach und ist wie ein reich verzierter
Muffin, sehr süß und klebrig – aber man kann nicht genug davon bekommen.
Verlagsangaben
zum Buch:
- Erscheinungsdatum: 14.11.2018
- Altersempfehlung: Ab 10 Jahre
- Seitenanzahl: 360
- ISBN/Artikelnummer: 978-3-473-49076-9
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