Margit Auer, Die Schule der magischen Tiere Band 11 - Wilder, wilder Wald!, Carlsen Verlag
Von Dr. Verena Krenberger
Zwei neue Protagonisten fährt Margit Auer in ihrem neuen Band der inzwischen berühmtesten Schule der Welt auf. In die Klasse von Miss Cornfield geht seit kurzem nun auch Oliver, der zögerlich Freundschaft mit Elisa schließt, einem recht zurückhaltenden Mädchen. Oliver ist noch völlig überwältigt von dieser seltsamen Klasse, in der ein Großteil der Kinder ein magisches Tier als Gefährten an seiner Seite hat. So recht erklärt ihm niemand, wie sich das eigentlich zuträgt, aber er ist fasziniert von all den wilden Tieren, die in inniger Freundschaft ihren Kindern verbunden sind. Miss Cornfield hat diesmal eine Überraschung für ihre Klasse: Sie organisiert eine Klassenfahrt in den Wald in ein Wildniscamp, wo sie in Blockhütten übernachten, am Lagerfeuer Stockbrot backen und Futterkrippen für die Waldbewohner bauen. Natürlich kommen all die magischen Tiere mit auf die Klassenfahrt und es könnte ein schöner Ausflug werden – gäbe es nicht ein Geheimnis in diesem dunklen, wilden Wald.
Diesmal ist es
Elisa, die wir begleiten dürfen und die am Ende einen Freund fürs Leben findet.
Sie hat einige Probleme zuhause, da ihre Eltern sich getrennt haben, ihre
Mutter hart arbeiten muss um die erhöhte Miete zu bezahlen und ihr großer
Bruder sich ihr entfremdet, weil er nun zu einer coolen Clique gehören möchte.
Es ist das Alleinstellungsmerkmal der Autorin, dass sie auch diesmal reale und
aktuelle Lebenssituationen, mit denen sich etliche Kinder konfrontiert sehen
müssen, in eine Geschichte voller Magie einwebt. Das Gefühl der Entfremdung
zwischen Geschwistern, Geldmangel, Eltern, die nicht zuhören und in ihren
eigenen Sorgen gefangen sind und Loyalitätskonflikte, wenn man ein Geheimnis
erfährt, das man eigentlich besser preis geben müsste, dem anderen dadurch aber
schaden würde – dies sind alles aus dem Leben gegriffene Konstellationen, mit
denen sich Kinder und Jugendliche auseinandersetzen müssen. Die sich anbahnende
Freundschaft zwischen Elisa und Oliver ist ein guter Trost für Elisa und
zugleich ein pädagogisch wertvolles Beispiel dafür, wie aufmerksam Kinder mit
ihren Freunden umgehen können.
Die
Klassenkameraden der Wintersteinschule sind ebenfalls füreinander da und ihre
Tiere sowieso. Diesmal gibt es eine Besonderheit, dass die Tiere eine Konferenz
abhalten, weil sie eine Gefahr für ihre menschlichen Freunde wittern und die
Lösung des Rätsels selbst in die Hand nehmen möchten. Das sind rührende Szenen,
wenn ein paar gut gemeinte Versuche kläglich scheitern. Hier allerdings setzt
der einzige Kritikpunkt an diesem ansonsten wie immer hervorragend gelungenen
Fortsetzungsband an: Die Autorin vergisst einige ihrer magischen Tiere. In der
Rahmenhandlung fährt die gesamte Klasse auf Klassenfahrt, doch es werden einige
der Tiere nicht erwähnt und auch auf den wie immer grandiosen Bildern von Nina
Dulleck tauchen sie nicht auf. Dabei ist gerade ein Auftrag von Muriel und
Eugenia, der Eule und der Fledermaus, eigentlich ein Paradeprojekt für Salim
den Falken und die treue Anhängerschaft der Schule der magischen Tiere fragt
sich, warum er bei dem Erkundungsflug nicht dabei ist. Auch finden sich auf dem
Titelbild am unteren Rand Kaninchenohren, obwohl es kein magisches Kaninchen
gibt – das fällt den aufmerksamen jungen Leserinnen und Lesern natürlich direkt
auf.
Die enge
Freundschaft zwischen den Tieren und ihren menschlichen Gefährten, die Treue
und die Verbindung zwischen den Tieren untereinander und die Bereitschaft,
füreinander da zu sein und sich zu helfen, spricht bei diesem 11. Band aus
jeder Seite und schafft ein warmes, harmonisches Idyll, das man gerade in
diesen Zeiten von so viel Ferne zwischen den Kindern sehr gut gebrauchen kann.
Beim Lesen hüllt man sich in diese angenehme Blase und träumt davon, welches
magische Tier wohl auf einen selbst wartet.
Verlagsangaben
zum Buch:
- Erscheinungstag: 29.10.2020
- Reihe: Die Schule der magischen Tiere
- Bandnummer: 11
- Seitenanzahl: 256
- Altersempfehlung: Ab 8 Jahren
- ISBN/Artikelnummer: 978-3-551-65361-1
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