Martin Jenkins, 50 tierische Supertalente - Die spektakulärsten Rekorde aus der Welt der Tiere, Coppenrath Verlag
Von Dr. Verena Krenberger
Höher,
schneller, weiter – wer gewinnt den Wettkampf und wer bekommt welchen Preis?
Darum geht es im Leben von Grundschülern ständig. Kinder in diesem Alter
interessieren sich für Rekorde, für Bestleistungen, für Besonderheiten und
können abstruseste Fakten auswendig aufsagen, wenn es denn um ein Thema geht,
das sie begeistert. Das Buch „50 tierische Supertalente – Die spektakulärsten
Rekorde aus der Welt der Tiere“ passt daher perfekt für die Zielgruppe in diesem
Alter.
Die Aufmachung
setzt nach Art der Guinness Buch der Rekorde an, indem zunächst allgemeine
Fakten über die Tierart aufsummiert werden, die im späteren Biologieunterricht
noch nützlich sein können: Klasse, Lebensraum, Lebenserwartung und Nahrung. Dann
folgt ein Text über den Rekordhalter, sowie die jeweilige Preisverleihung. Hier
kommen lustige Preise zur Vergabe: Der Blind-Flug-Preis, der Taschenlampenpreis
oder der Klein-aber-Oho-Preis. Dabei werden die jungen Leserinnen und Leser
kindgerecht auch an tragische Fakten herangeführt und für Umweltthemen
sensibilisiert, z.B. durch den „der (fast) Letzte-seiner-Art-Preis“ für den
Tiger. Zudem wurde bei der kreativen Auswahl der Preise darauf geachtet, dass
nicht nur bekannte Favoriten wie Tiger, Löwe oder Eisbär dargestellt werden,
sondern ein Querschnitt durch alle Tierklassen präsentiert wird und auch Helden
eher unbekannter Art vorgestellt werden, wie z.B. die Kronenfangschrecke oder
der Fasanbutt. Den Kindern wird dadurch die Vielfalt der Tierwelt vor Augen
geführt, wie auch abstrakt die Erkenntnis, dass auch der Unscheinbarste ein
Held in seinem Gebiet sein kann.
Die Preisträger
werden meist auf Doppelseiten portraitiert, wobei die zweite Seite mit
großformatigen Illustrationen zu speziell ausgewählten Details der Tierart
bestückt ist. Diese Illustrationen sind der einzige kleine Kritikpunkt an
diesem ansonsten hervorragend komponierten Superhelden-Buch: Die Illustrationen
sind sehr kindlich-naiv gemalt, was einerseits entzückend ist und in einigen Tableaus
auch richtig witzig sein kann. Andererseits aber richtet sich das Buch nicht an
Kindergartenkinder, da die Texte dafür zu komplex und zu faktenlastig gehalten
sind. Grundschülern wiederum wäre mit einer detaillierteren und
realitätsnäheren Illustration mehr geholfen, als mit putzigen Zeichnungen.
Dadurch wird dem Buch zwar etwas der Ernst genommen, der das Thema auch
begleitet, so dass es vielleicht eher als leichte Lektüre erscheint und somit
den ein oder anderen Lesemuffel doch zum Hineinblättern verleitet - was somit
auch eine Stärke der gewählten Art der Illustrationen sein kann. Aber dennoch
sticht die Diskrepanz zwischen Fakten und naiver Darstellung ins Auge.
Nichtsdestotrotz
lädt das Buch durch seine Aufmachung, durch seine kondensierte Darstellung der
einzelnen Preisträger und seinen abwechslungsreich gewählten Querschnitt durch
die Tierwelt dazu ein, es sich auf dem Sofa gemütlich zu machen und
hineinzustöbern – vielleicht sogar alle Details auswendig zu lernen, um auf dem
Pausenhof mit kuriosem Faktenwissen zu beeindrucken.
Verlagsangaben
zum Buch:
- Seitenanzahl: 80
- Altersempfehlung: Ab 6 Jahre
- ISBN/Artikelnummer: 978-3-649-63660-1
Link zum Buch:
https://www.spiegelburg-shop.de/produkt/63660/50-tierische-supertalente/
