Susanna & Johannes Rieder, Hunde im Futur, Rieder Verlag
Sachbücher sind
ja eher langweilig. Solche, die ein im Unterricht als stupide und dröge
wahrgenommenes Thema wie Grammatik behandeln, sind es sowieso. Im
Deutschunterricht der Grundschule beginnt die öde Langeweile, zieht sich durch
die Unterstufe bis in die Mittelstufe der weiterführenden Schulen und setzt
sich sogar in den Fremdsprachen fort. Häufig sind es die Lateinlehrer, die den
Kindern die tiefergehende Bedeutung der grammatikalischen Begriffe, die
Herleitungen und Verwandtschaftsgrade das erste Mal erläutern. Das
Unterrichtsmaterial aller Sprachfächer ist in Bezug auf die Erläuterung eben
jener Zusammenhänge und vor allem in der Gewährung eines Überblicks meist wenig
anschaulich.
Das gilt für
alle Sachbücher – bis auf „Hunde im Futur“. Diese „Grammatik in Bildern“
arbeitet mit einem nie dagewesenen Konzept der Reduktion und Veranschaulichung.
Jeweils auf einer Doppelseite, wobei die rechte Seite sogar ausklappbar ist,
wird ein grammatikalischer Begriff definiert, hergeleitet, veranschaulicht und
beispielhaft durchgespielt. Mit geringstem Einsatz von Worten verstehen die
jungen Leserinnen und Leser sofort, was das zu vermittelnde Grundprinzip ist.
Mit Benennung der lateinischen und deutschen Begriffe wird somit für jeden
Sprachunterricht ein Grundstein gelegt. Großformatige Bilder veranschaulichen
die Beispielwörter und -sätze. Hierbei gibt es nicht nur für Kinder ab der 3.
oder 4. Klasse Neues zu lernen – auch Erwachsene können hier ihr
bildungsbürgerliches Repertoire auffrischen: Wer hätte schon ein Beispiel geben
können für Neutrum Plural im 1. Fall (Nominativ)? Die Stiefmütterchen – hätten
Sie es gewusst? Der durchschnittliche Erwachsene gerät ins Straucheln, wenn der
Sprössling ratlos aus der Schule kommt und fragt, was doch gleich wieder der
Unterschied zwischen Demonstrativpronomen, Possessivpronomen, Indefinitpronomen
und Interrogativpronomen war – mit vorliegendem Buch ist die Erklärung kurz und
bündig gegeben und die Beispielgeschichte deutlich humorvoller als in der
Schulfibel.
Mit geschickt
eingesetzter Farbgebung werden in dieser Grammatik die üblicherweise in reiner
Schrift schwer nachvollziehbaren Zusammenhänge erläutert: Bei „Sie zeigt ihr
einen Trick“ ist der grammatikalische Fall des Personalpronomens leichter
verständlich, wenn das „Sie“ in einer Farbe dem Bild der Turnerin Alina
entspricht und „ihr“ in einer anderen Farbe dem Mädchen Joana. Einzig bei den
Adverbien fiel es dem Autorenteam offensichtlich etwas schwerer, will man dem
Zitat „Diese Wortart ist also schwierig unter einen Hut zu bringen“ glauben.
Sowohl die
kurzen Erläuterungen der grammatikalischen Sujets als auch die Illustration und
Farbgebung als auch das strukturierende Einsetzen der Klappen werden Gewinn
bringend zur Erleichterung des Verständnisses eingesetzt. Alle drei Elemente
spielen harmonisch Hand in Hand.
Zusammenfassend
lässt sich festhalten, dass sowohl Kinder in den letzten Jahren der
Grundschule, Jugendliche im Fremdsprachenunterricht, aber gerne auch Erwachsene
(zum niemals zu späten lebenslangen Lernen) mit diesem ungewöhnlichen,
einprägsamen und genial-kreativen Werk ein Kompendium der Grammatik erhalten,
wie es auf dem Buchmarkt bisher nicht zu finden war.
Absolut
empfehlenswert!
Verlagsangaben
zum Buch:
- Erscheinungstag: 26.03.2021
- Seitenanzahl: 128
- Altersempfehlung: Ab 8 Jahre
- ISBN/Artikelnummer: 978-3948410216
Link zum Buch:
https://www.riederbuch.de/suche/?s=Hunde+im+futur
