Donnerstag, 16. September 2021

Susanna & Johannes Rieder, Hunde im Futur

Susanna & Johannes Rieder, Hunde im Futur, Rieder Verlag

Sachbücher sind ja eher langweilig. Solche, die ein im Unterricht als stupide und dröge wahrgenommenes Thema wie Grammatik behandeln, sind es sowieso. Im Deutschunterricht der Grundschule beginnt die öde Langeweile, zieht sich durch die Unterstufe bis in die Mittelstufe der weiterführenden Schulen und setzt sich sogar in den Fremdsprachen fort. Häufig sind es die Lateinlehrer, die den Kindern die tiefergehende Bedeutung der grammatikalischen Begriffe, die Herleitungen und Verwandtschaftsgrade das erste Mal erläutern. Das Unterrichtsmaterial aller Sprachfächer ist in Bezug auf die Erläuterung eben jener Zusammenhänge und vor allem in der Gewährung eines Überblicks meist wenig anschaulich.

Das gilt für alle Sachbücher – bis auf „Hunde im Futur“. Diese „Grammatik in Bildern“ arbeitet mit einem nie dagewesenen Konzept der Reduktion und Veranschaulichung. Jeweils auf einer Doppelseite, wobei die rechte Seite sogar ausklappbar ist, wird ein grammatikalischer Begriff definiert, hergeleitet, veranschaulicht und beispielhaft durchgespielt. Mit geringstem Einsatz von Worten verstehen die jungen Leserinnen und Leser sofort, was das zu vermittelnde Grundprinzip ist. Mit Benennung der lateinischen und deutschen Begriffe wird somit für jeden Sprachunterricht ein Grundstein gelegt. Großformatige Bilder veranschaulichen die Beispielwörter und -sätze. Hierbei gibt es nicht nur für Kinder ab der 3. oder 4. Klasse Neues zu lernen – auch Erwachsene können hier ihr bildungsbürgerliches Repertoire auffrischen: Wer hätte schon ein Beispiel geben können für Neutrum Plural im 1. Fall (Nominativ)? Die Stiefmütterchen – hätten Sie es gewusst? Der durchschnittliche Erwachsene gerät ins Straucheln, wenn der Sprössling ratlos aus der Schule kommt und fragt, was doch gleich wieder der Unterschied zwischen Demonstrativpronomen, Possessivpronomen, Indefinitpronomen und Interrogativpronomen war – mit vorliegendem Buch ist die Erklärung kurz und bündig gegeben und die Beispielgeschichte deutlich humorvoller als in der Schulfibel.

Mit geschickt eingesetzter Farbgebung werden in dieser Grammatik die üblicherweise in reiner Schrift schwer nachvollziehbaren Zusammenhänge erläutert: Bei „Sie zeigt ihr einen Trick“ ist der grammatikalische Fall des Personalpronomens leichter verständlich, wenn das „Sie“ in einer Farbe dem Bild der Turnerin Alina entspricht und „ihr“ in einer anderen Farbe dem Mädchen Joana. Einzig bei den Adverbien fiel es dem Autorenteam offensichtlich etwas schwerer, will man dem Zitat „Diese Wortart ist also schwierig unter einen Hut zu bringen“ glauben.

Sowohl die kurzen Erläuterungen der grammatikalischen Sujets als auch die Illustration und Farbgebung als auch das strukturierende Einsetzen der Klappen werden Gewinn bringend zur Erleichterung des Verständnisses eingesetzt. Alle drei Elemente spielen harmonisch Hand in Hand.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sowohl Kinder in den letzten Jahren der Grundschule, Jugendliche im Fremdsprachenunterricht, aber gerne auch Erwachsene (zum niemals zu späten lebenslangen Lernen) mit diesem ungewöhnlichen, einprägsamen und genial-kreativen Werk ein Kompendium der Grammatik erhalten, wie es auf dem Buchmarkt bisher nicht zu finden war.

Absolut empfehlenswert!

 

Verlagsangaben zum Buch:

  • Erscheinungstag: 26.03.2021
  • Seitenanzahl: 128
  • Altersempfehlung: Ab 8 Jahre
  • ISBN/Artikelnummer: 978-3948410216

Link zum Buch:

https://www.riederbuch.de/suche/?s=Hunde+im+futur