Dienstag, 24. Oktober 2023

Suza Kolb (Autorin) / Anja Grote (Illustratorin), Emil Einstein (Bd. 4)

Suza Kolb (Autorin) / Anja Grote (Illustratorin), Emil Einstein (Bd. 4):

Der magische Wunschhund-Aufspürer, Coppenrath Verlag

Von Dr. Verena Krenberger

Der sympathische, blond gelockte Tierversteher und Erfinder Emil Einstein ist mit einem neuen Abenteuer zurück. Emil kann mit Hilfe seiner Erfindung, der Tier-Übersetzungs-Maschine, mit Tieren sprechen. Vor allem mit seinen Freunden, dem Kater Leonardo, der Maus Berta und dem Waldkauz Kauzi, unterhält er sich prächtig. Allerdings hegt auch Emil einen sehnlichsten Wunsch: Den nach einem eigenen Hund. Gleich zu Beginn des neuen Bandes läuft ihm tatsächlich ein herrenloser Wuschelhund über den Weg, der sehr verloren aussieht. Als Emil mit ihm sprechen kann, stellt der Hund sich als Flip vor, der verzweifelt auf der Suche nach seiner Familie ist, die er verloren hat. Emil kann ihn überreden, mit zu seinen Eltern zu kommen, die beide Tierärzte sind. Doch als Flip hört, wie Emils Vater ihm erklärt, dass Flip später ins Tierheim gebracht werden muss, nimmt er schnell Reißaus. Die meiste Zeit des Buches ist Emil nun erneut auf der Suche nach Flip. Dabei helfen ihm zwar seine tierischen Freunde, doch die drei werden immer eifersüchtiger, weil Emils Gedanken nur noch um den Hund kreisen. Dann lässt noch die Sonne lange auf sich warten, die Emil dringend benötigt, um eine seiner genialen Erfinderideen zu entwickeln. Emil ist tief traurig und der Streit mit seinen Freunden geht soweit, dass ihn alle drei verlassen und bei der Nachbarin wohnen. Schlussendlich klappt es aber mit der hervorragenden Erfinderidee, Emil findet einen Weg, sich mit seinen Freunden zu versöhnen und am Ende findet er sogar Flip. Auch für den armen Flip gibt es ein Happy End.

Insgesamt ist dieser Band wieder eine schön illustrierte, runde Geschichte. Es ist auch wertvoll, Kindern im frühen Selbstlese-Alter eine Geschichte an die Hand zu geben, in der es um Eifersucht zwischen Freunden, um Streit und Versöhnung und um nicht erfüllte Wünsche geht. Allerdings ist die Handlung diesmal etwas holprig und konstruiert: Zum einen wiederholen sich die Geschehnisse, denn erst sucht Emil Flip, dann findet er ihn, dann läuft er wieder weg und schon wieder sucht Emil den Hund. Zum anderen gäbe es eine viel einfachere Methode, die Familie von Flip zu finden, die auch den jungen Testlesern sofort eingefallen ist: Flip weiß ja, wo sein früheres Zuhause ist und dort hätte Emil die Nachbarn nach dem Verbleib der Familie fragen können. Natürlich ist es wieder beeindruckend und ein gutes Vorbild, dass Emil mit seiner Erfindung die ganze Stadt mobilisiert – doch ist es eben auch etwas komplizierter als nötig. Zugleich waren die jungen Testleser etwas verwundert über die harsche Ablehnung und sehr schnell aufbrausende Eifersucht der drei tierischen Freunde gegenüber Flip. Muss Emil sich wirklich dafür entschuldigen, dass er einem verletzten Tier helfen möchte? Von Vernachlässigung der tierischen Freunde kann in dem Zeitablauf der Handlung nicht die Rede sein. Dass sich am Ende alle beieinander entschuldigen, ist zwar gut gelöst, aber dennoch liegt die Schuldzuweisung eher bei Emil, obwohl er objektiv wenig falsch gemacht hat. Sehr gut gelungen ist dagegen die Auseinandersetzung damit, dass Flip nicht der erträumte Hund von Emil sein kann. Natürlich fällt es Emil leichter, auf Flip zu verzichten, weil er seine ursprüngliche Familie wiederfindet. Das wäre sicher anders, wenn Flip tatsächlich ins Tierheim gemusst hätte. Doch die Erkenntnis, dass er zufrieden sein kann mit den Tieren, die er hat und dass ein Hund nicht in den Familienalltag passt, ist gut dargestellt und sicher hilfreich für manche jungen Leserinnen und Leser, von denen sicher viele denselben Traum hegen. Auch die Darstellung der Tierheimarbeit ist nach anfänglichem abschreckendem Szenario sehr gut gelungen, als Zufluchtsort für Tiere, die sonst nirgendwo hinkönnten.

So lässt sich festhalten, dass der vierte Band wieder mehrere pädagogisch wertvolle Themen aufgreift und größtenteils auch gelungen umsetzt. Die Stärke der Reihe liegt auf jeden Fall in den kinderfreundlichen Illustrationen, im sympathischen Helden und im Zusammenspiel mit seinen tierischen Helfern. Ein Buch zum Träumen, Lernen und Gernhaben!

 

Verlagsangaben zum Buch:

  • Erscheinungstag: 03.07.2023
  • Seitenanzahl: 128
  • Altersempfehlung: Ab 5 Jahre
  • ISBN/Artikelnummer: 978-3-649-64352-4

Link zum Buch:

https://www.spiegelburg-shop.de/emil-einstein-bd.-4/64352