Andreas Schmachtl, Missi Moppel – Detektivin für alle Fälle, Arena Verlag
Von Dr. Verena Krenberger
Mit Missi Moppel
tritt ein neuer Charakter aus der Feder von Andreas Schmachtl ins Rampenlicht.
Während Juli Löwenzahn und Tilda Apfelkern eher für die ganz kleinen Leser
geeignet sind und Snöfrid von der Komplexität eher auf ältere Grundschulkinder
abzielt, ist Missi Moppel nun für die Erstleser und jungen Grundschüler ein
passender Lesepartner. Das liegt zum einen an der Quantität der Geschichten.
Denn es ist zwar ein umfangreiches (Vor-)Lesebuch geworden, aber es handelt
sich um eine große Anzahl kleinerer Geschichten, in denen zwar Missi und ihre
Familie Stück für Stück vorgestellt werden, aber jedes Mal neue kleine
Abenteuer warten. Es liegt aber auch an der inhaltlichen Aufmachung: denn die
Detektivin Missi Moppel erlebt zwar allerhand Aufregendes und muss so mancher
Sache auf die Spur kommen. Aber es handelt sich dann doch oft um erleichternd
harmlose Vorfälle oder zumindest schulkindgerechte Ereignisse, d.h. sie sind
rasch zu begreifen und auch gut emotional zu verarbeiten. So erweist sich etwa
ein vermeintlich dreister Antiquitätendieb als die schusselige Nachbarin oder
ein düsteres Geräusch als das Klopfen eines Asts gegen das Fenster bei einem
Sturm. Auf diese Weise fängt Andreas Schmachtl punktgenau die Stimmungslage
junger Grundschulkinder ein, die mit Staunen und Neugier auf die große weite
Welt treffen, deren Problemhorizont aber dann doch immer erfreulich eingegrenzt
ist, sodass die jeweiligen Erlebnisse sich auch in die vorhandenen
Erfahrungswerte einordnen lassen.
Wer ist nun
diese Missi? Sie ist das jüngste von drei Kindern eines Archäologenehepaars,
das seinen Kindern Flussvornamen gegeben hat. Missi heißt nämlich eigentlich
Mississippi, ihre Brüder Nil und Ganges. Missi liebt Bücher, vor allem Detektivgeschichten,
und ist entsprechend gern gesehener Gast in der Bibliothek, wo sie auch hilft,
einen Fall aufzuklären. Sie hat einen besten Freund in der Schule, den Lurch
Piwi Pots, dem sie aus manch misslicher Situation helfen muss, denn er ist
gerne das Opfer von Streichen. Ihre Brüder sind grandios in manchen
Teilgebieten, wohingegen Missi vieles kann und gerne macht, aber eben nicht auf
einem Spitzenlevel wie ihre Brüder. Dafür kann keiner so viel lesen und weiß so
genau Bescheid wie Missi, was ihr beim Erarbeiten von Lösungen für ihre immer
neuen Rätselfälle ständig behilflich ist. Ganz nebenbei werden auch Missis
familiäre Verhältnisse ins Spiel gebracht, mal mit ihren Brüdern, mal mit der
Oma. Und darüber hinaus, quasi als Metathemen, kommen immer wieder „richtige“
Verhaltensweisen zur Sprache, die sich am Ende durchsetzen: Teamwork,
Wettkämpfe ohne Betrügereien, nett sein zu anderen etc. Andreas Schmachtl setzt
hier ansatzlos sein erfreuliches schriftstellerisches Werk fort, das er schon
in den Kinderbüchern um Juli Löwenzahn und Tilda Apfelkern begonnen hat, und
zeigt jungen Leserinnen und Lesern auf, dass es sich lohnt, für etwas Gutes
einzustehen.
Für die bereits
genannte Zielgruppe ist das Buch sehr empfehlenswert, denn es holt die jungen
Leserinnen und Lesern sowohl von ihrem Verständnishorizont als auch sprachlich
dort ab, wo sie gefordert werden, aber nicht überfordert sind. Die
liebenswerten Zeichnungen ergänzen dabei die Geschichten wunderbar und leiten
die jungen Leserinnen und Lesern auch emotional durch das Erzählte. Missi
Moppel ist eine echte Bereicherung für den Kinderbuchmarkt und dürfte sich bald
eine große Fangemeinde errätselt haben. Das würde sogar Snöfrid ein „Hm!“
entlocken.
Verlagsangaben
zum Buch:
- Erscheinungstag: 18.6.2019
- Seitenanzahl: 176
- Altersempfehlung: Ab 4 Jahre
- ISBN/Artikelnummer: 978-3-401-70777-8
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