Mac Barnett / Jon Klassen, Dreieck Quadrat Kreis, NordSüd Verlag
Mac Barnett und
Jon Klassen haben schon mehrere Kinderbücher zusammen geschaffen und nun liegt die
Trilogie „Dreieck Quadrat Kreis“ vor. Es handelt sich um drei Bilderbücher, die
eigenständig sind, aber in denen jeweils mindestens zwei der geometrischen
Figuren vorkommen.
Die
Zusammenstellung wirft bei mir Fragen auf. Denn die drei Bücher sind inhaltlich
nicht kohärent, sodass sich mir der Sinn der Trilogie überhaupt nicht
erschließt: keine der Geschichten knüpft an die andere an oder wird durch die
jeweils andere bedingt. Dazu hätte es durchaus auf der Hand gelegen, jeweils
alle drei geometrischen Charaktere interagieren zu lassen, was aber nicht
geschieht. Darüber hinaus habe ich Zweifel an der Geeignetheit der Geschichte
für die angegebene Zielaltersgruppe von 5-7 Jahren, also Kindern, die gerade in
die Grundschule kommen. Die graphische Aufmachung spricht eher für ein Buch für
Kindergartenkinder, die Geschichten erfordern aber Transferleistungen, die ich
selbst manchem Erstklässler nicht zumuten würde, dazu später mehr. Insgesamt
haben mich die drei Titel also nicht überzeugen können, weder als Paket noch
als Einzeltitel.
Worum geht es in
den Einzelbüchern? In „Quadrat“ wird beschrieben wie Quadrat aus seiner Höhle
Klötze holt und zu einem Haufen auf einem Hügel schichtet. Kreis hält die
Klötze für Kunst und möchte auch ein Ebenbild von sich, Quadrat sei ja ein
„Genie“. Quadrat scheitert natürlich an der Aufgabe und ist verzweifelt. Über
Nacht regnet es aber und Kreis bewundert am Morgen sein Spiegelbild im Wasser
und hält das für das Werk von Quadrat, der sich am Ende fragt, ob er wirklich
ein Genie ist. Was genau soll in dieser Geschichte die kindgerechte Botschaft
sein?
In „Kreis“
spielen die drei Figuren Verstecken mit der Einschränkung, sich nicht hinter
dem Wasserfall zu verstecken. Dreieck tut natürlich genau das und Kreis muss
ihn dort im Dunkeln suchen. Er entdeckt in der Finsternis ein Augenpaar und
spricht zu ihm tadelnd, als ob es Dreieck wäre, was aber gar nicht der Fall
ist. Da taucht Dreieck auf und als sie merken, dass da noch ein weiteres Wesen
in der Dunkelheit ist, flüchten sie aus der Höhle und sinnieren dann darüber,
ob das Wesen in der Höhle gut oder böse war und welche Form es gehabt haben
könnte. Es stellt sich dieselbe Frage wie oben, wenngleich hier schon eher
transportiert werden kann, wie man mit Ängsten, Vorwürfen und dem Ungewissen
umgehen kann. Ob das aber passender Stoff für Grundschuleinsteiger ist, wage
ich doch stark zu bezweifeln.
In „Dreieck“
will dieser Quadrat einen fiesen Streich spielen, wobei über die Hälfte des
Buches daraus besteht, dass Dreieck an dreieckigen Formen und dann an
quadratischen Formen vorbeiläuft und später dieselbe Strecke zurück –
wahnsinnig innovativ. Bei Quadrat angekommen, mimt er eine Schlange, Quadrat
hat Angst, entdeckt Dreieck, ist sauer und verfolgt ihn zu dessen Haus. Dort
bleibt er in der dreieckigen Tür stecken aber münzt das Missgeschick ebenfalls
als Streich um, da er das Haus so verdunkelt und Dreieck deswegen Angst
bekommt. Dieses Buch finde ich nicht nur so richtig einfallslos, sondern auch
schlecht, was die Botschaft für die Leserschaft angeht: soll man sich rächen?
soll man fiese Streiche spielen? Überzeugt mich überhaupt nicht.
Insgesamt komme
ich deshalb zu dem Ergebnis, dass mir die drei Bücher weder einzeln noch als
Gesamtpaket inhaltlich gefallen. Auch die Komposition als Trilogie bleibt
fragwürdig. Graphisch ist es in Ordnung, von der Haptik her ebenfalls.
Verlagsangaben
zum Buch:
- Seitenanzahl: 48 – 40 – Seiten
- Altersempfehlung: Ab 5 Jahre
- ISBN/Artikelnummer: 978-3-314-10551-7
Link zum Buch:
