Donnerstag, 22. Dezember 2022

Christian Loeffelbein (Autor) / Nikolai Renger (Illustrationen), Die Monsterschule (Band 1)

Christian Loeffelbein (Autor) / Nikolai Renger (Illustrationen), Die Monsterschule (Band 1): Achtung, Pups-Pillen-Verschwörung, Coppenrath Verlag

Von Dr. Verena Krenberger

Da hat man Eltern, die beruflich derart eingespannt sind, dass sie einen in ein Internat stecken und dann geht auch noch bei der Anreise alles schief. So startet der neue Lebensabschnitt für Lukas ziemlich holprig und sorgt nicht für Vorfreude auf die neue Schule. Die liegt auch noch in einem finsteren Wald neben dem Ort Gammelbrügg und soll eine Schule für schwererziehbare Kinder sein – na klasse! Lukas ist ziemlich deprimiert, als er an der Schule ankommt. Dann allerdings kommt er aus dem Staunen nicht mehr heraus: Sein Onkel, der zugleich der Direktor der Schule ist, stellt ihn seinen Mitschülern vor – und die sind alles andere als Kinder, wenngleich vielleicht schwer erziehbar. Lukas lernt die unterschiedlichsten Monster kennen, jedes mit dem großen Wunsch, zukünftig friedlich und wohlerzogen mit den Menschen zusammenzuleben. Nach kürzester Zeit freundet sich Lukas mit einigen der Monster an und findet seinen Platz in der Monsterschule.

Dann jedoch passieren lauter seltsame Dinge: Den Monstern entfleuchen aberwitzige Pupse und keiner kennt deren Ursache. Als Lukas mit seinen neuen Freunden der Sache auf den Grund gehen will, kommen sie geheimen Machenschaften auf die Spur, die alle Schüler in Mitleidenschaft ziehen. Schlussendlich lösen sie den Fall und retten die Schule und die Schüler.

Das Buch ist perfekt geeignet für Vorschüler und die vom Verlag angegebene Altersempfehlung von 5 Jahren passt genau. Vorschüler lachen sich schlapp über Pupswitze, finden Monster toll – vor allem so freundliche und lustige wie in der Monsterschule. Sie sind gespannt auf die echte Schule, interessieren sich für alles rund um das Thema und brauchen zwischendurch auflockernde, fröhliche Illustrationen. All das bietet das vorliegende Buch in perfekter Manier.

Natürlich könnte man sich wünschen, dass die Gefühlswelt etwas tiefer dargestellt wird und das unsägliche Reimen einiger Protagonisten ist für Lyrikliebhaber sicherlich ein Graus. Aber Vorschüler sind genau für solche Dinge empfänglich, sie reimen gern und schulen damit zugleich ihr Wörterverständnis und Sprachvermögen. Auch der traurige Ausgangsplot mit den abwesenden Eltern, der Einsamkeit von Lukas und der gruslige Wald sind in genau dem erträglichen Maß beschrieben, dass den Kindern klar wird, in welcher Ausgangslage sich Lukas befindet, ohne dass es zum Fürchten ist. Der Schweregrad des Textes ist sowohl zum Vorlesen, aber ebenso für Erstleser geeignet. Die Illustrationen sind großartig und transportieren witzig die Geschichte. Dadurch dass Lukas direkt an seinem ersten Tag eine neue Freundin findet und diese somit ebenfalls Protagonistin der Geschichte ist, ist das Buch für Jungs und Mädchen gleichermaßen interessant und für jeden eine Identifikationsfigur vorhanden.

Nebenbei lernen die Kinder beim Lesen der Geschichte gleich, dass man auch aus einer traurigen Situation das Beste machen kann, dass man offen sein sollte, was das Leben für einen bereit hält, und dass man vorurteilsfrei durchs Leben gehen sollte: Denn wer erwartet schon, dass sich ein Octopus mit Pferdekopf als weltbester Koch und herzensguter Putzmann herausstellt?

Der Cliffhanger zum geplanten Folgeband ist zudem geschickt platziert, denn die kleinen Leser fragen sich gespannt zusammen mit Lukas, ob seine neue Freundin nun ein Monster oder ein Mensch ist und wie es in der Schule weitergeht.

Insgesamt gibt es hier eine klare Leseempfehlung für die "Monsterschule" und die kleinen Testleser warten gespannt auf eine Fortsetzung!

 

Verlagsangaben zum Buch:

  • Erscheinungstag: 01.01.2023
  • Seitenanzahl: 128
  • Altersempfehlung: Ab 5 Jahre
  • ISBN/Artikelnummer: 978-3649640547