Ole Könnecke / Hans Könnecke, Hört sich gut an!, Hanser Verlag
Musikalische Früherziehung ist ebenso en
vogue wie sinnvoll. Der natürliche und kindgerechte Zugang zu Musik bringt
Kindern eine ganze Welt kultureller Tradition näher und ermöglicht ihnen
zugleich einen Weg, um sich auszudrücken. Jegliches Heranführen an die Welt der
Musik ist daher absolut zu begrüßen und der Markt der Musik-erklärenden Bücher
ist umfangreich.
Hier liegt nun ein innovativer neuer
Ansatz vor, wie Kindern ein möglichst breites Spektrum auch eher unbekannter
Musikinstrumente vorgeführt werden kann. Dies ist umso sinnvoller, als die
Musikschulen üblicherweise die in der westlichen Tradition gängigen Instrumente
vorhalten und Kinder über Glockenspiel, Blockflöte, Klavier und Gitarre hinaus
zumindest im (vor-)schulischen Musikunterricht kaum etwas anderes kennenlernen.
Der Blick über den Tellerrand verhilft Kindern zu einem mehrfachen
Erkenntnisgewinn: Nicht nur ist die Welt der Musik facettenreicher als die
traditionellen Kinderlieder erwarten lassen, sondern andere Länder haben auch
andere Musikstile und -instrumente, und auch die verschiedenen Musikrichtungen
bieten eine vielfältige Ausdrucksart der Instrumente.
Das Buch ist so aufgebaut, dass über 50
Instrumente auf je einer Doppelseite mit einer großformatigen, kindgerecht und
bunt gestalteten Illustration des Instruments, gespielt von einem witzigen
Tier, portraitiert werden. Es gibt einen kleinen Erläuterungstext zu Bauart,
Spielweise oder Herkunft oder auch ein paar Fun Facts zu jedem Instrument. Der
Clou des Buches sind aber die QR-Codes, die für jedes Instrument eine kurze
Sequenz eines Solos abspielen lassen. Dabei werden die gängigen
Orchesterinstrumente vorgestellt, aber auch spannende Instrumente aus fernen
Ländern, darunter Dulcimer, Kalimba, Sitar oder Lure. Auch werden ungewöhnliche
Instrumente wie das Theremin oder das Vibrafon vorgestellt und auch den
menschlichen Stimmlagen wird Raum gegeben.
Natürlich könnte man sich bei manchem
Erläuterungstext ein paar mehr tiefergehende Informationen wünschen, denn ab
und zu ist der Informationsgehalt etwas dünn (dass das Didgeridoo aus
Australien stammt, wäre zum Beispiel eine interessante und naheliegende Information
gewesen). Auch ist das Solo manches Instruments ziemlich sehr „Modern Jazz“ –
die Harmonie in der Melodie ist wenig eingängig und es klingt eher nach
sterbendem Schwan, wenn zum Beispiel die Querflöte mit aller Macht überblasen
wird, als nach einem Instrument, das sich ein Kind nach dem Hören des Solos
unter den Weihnachtsbaum wünscht. Aber das ist natürlich absolut
Geschmackssache und auch Ausdruck der oben so gelobten Vielfalt nicht nur der
Instrumente, sondern auch der Anwendungsmöglichkeiten der Instrumente. Es muss
nicht immer „Hänschen Klein“ sein. Und besonders witzig ist das Solo der
Triangel, das aus einem einzigen Ton besteht.
Ein weiteres Highlight ist der QR-Code auf
dem Cover, der ein kurzes Orchesterstück nahezu aller portraitierten Instrumente
bietet. Anzuhören ist das kurze Stück damit wie ein Wimmelbild, bei dem die
Kinder versuchen können, einzelne Instrumente herauszuhören.
Insgesamt kann als Resümee festgehalten
werden, dass es sich hier um ein innovatives und abwechslungsreiches Buch
handelt, das für Kinder vom Vorschulalter bis zur weiterführenden Schule eine
spannende Beschäftigung mit Musik bietet. Die Idee mit den QR-Codes ist genial
umgesetzt, die Stücke sind kurz aber prägnant und die Handhabung ist einfach
und bedienfreundlich. Daher eine absolute Kaufempfehlung für dieses Buch.
Verlagsangaben zum Buch:
- Erscheinungstag: 26.09.2022
- Seitenanzahl: 112
- Altersempfehlung: Ab 8 Jahre
- ISBN/Artikelnummer: 978-3446274358
Link zum Buch:
https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/hoert-sich-gut-an/978-3-446-27435-8/
