Suza Kolb (Autorin) / Anja Grote (Illustratorin), Emil Einstein (Bd. 4):
Der
magische Wunschhund-Aufspürer, Coppenrath Verlag
Von Dr. Verena Krenberger
Der sympathische, blond gelockte
Tierversteher und Erfinder Emil Einstein ist mit einem neuen Abenteuer zurück.
Emil kann mit Hilfe seiner Erfindung, der Tier-Übersetzungs-Maschine, mit
Tieren sprechen. Vor allem mit seinen Freunden, dem Kater Leonardo, der Maus
Berta und dem Waldkauz Kauzi, unterhält er sich prächtig. Allerdings hegt auch
Emil einen sehnlichsten Wunsch: Den nach einem eigenen Hund. Gleich zu Beginn
des neuen Bandes läuft ihm tatsächlich ein herrenloser Wuschelhund über den
Weg, der sehr verloren aussieht. Als Emil mit ihm sprechen kann, stellt der
Hund sich als Flip vor, der verzweifelt auf der Suche nach seiner Familie ist,
die er verloren hat. Emil kann ihn überreden, mit zu seinen Eltern zu kommen,
die beide Tierärzte sind. Doch als Flip hört, wie Emils Vater ihm erklärt, dass
Flip später ins Tierheim gebracht werden muss, nimmt er schnell Reißaus. Die
meiste Zeit des Buches ist Emil nun erneut auf der Suche nach Flip. Dabei
helfen ihm zwar seine tierischen Freunde, doch die drei werden immer
eifersüchtiger, weil Emils Gedanken nur noch um den Hund kreisen. Dann lässt
noch die Sonne lange auf sich warten, die Emil dringend benötigt, um eine
seiner genialen Erfinderideen zu entwickeln. Emil ist tief traurig und der
Streit mit seinen Freunden geht soweit, dass ihn alle drei verlassen und bei
der Nachbarin wohnen. Schlussendlich klappt es aber mit der hervorragenden
Erfinderidee, Emil findet einen Weg, sich mit seinen Freunden zu versöhnen und
am Ende findet er sogar Flip. Auch für den armen Flip gibt es ein Happy End.
Insgesamt ist dieser Band wieder eine
schön illustrierte, runde Geschichte. Es ist auch wertvoll, Kindern im frühen
Selbstlese-Alter eine Geschichte an die Hand zu geben, in der es um Eifersucht
zwischen Freunden, um Streit und Versöhnung und um nicht erfüllte Wünsche geht.
Allerdings ist die Handlung diesmal etwas holprig und konstruiert: Zum einen
wiederholen sich die Geschehnisse, denn erst sucht Emil Flip, dann findet er
ihn, dann läuft er wieder weg und schon wieder sucht Emil den Hund. Zum anderen
gäbe es eine viel einfachere Methode, die Familie von Flip zu finden, die auch
den jungen Testlesern sofort eingefallen ist: Flip weiß ja, wo sein früheres
Zuhause ist und dort hätte Emil die Nachbarn nach dem Verbleib der Familie fragen
können. Natürlich ist es wieder beeindruckend und ein gutes Vorbild, dass Emil
mit seiner Erfindung die ganze Stadt mobilisiert – doch ist es eben auch etwas
komplizierter als nötig. Zugleich waren die jungen Testleser etwas verwundert
über die harsche Ablehnung und sehr schnell aufbrausende Eifersucht der drei
tierischen Freunde gegenüber Flip. Muss Emil sich wirklich dafür entschuldigen,
dass er einem verletzten Tier helfen möchte? Von Vernachlässigung der
tierischen Freunde kann in dem Zeitablauf der Handlung nicht die Rede sein.
Dass sich am Ende alle beieinander entschuldigen, ist zwar gut gelöst, aber
dennoch liegt die Schuldzuweisung eher bei Emil, obwohl er objektiv wenig
falsch gemacht hat. Sehr gut gelungen ist dagegen die Auseinandersetzung damit,
dass Flip nicht der erträumte Hund von Emil sein kann. Natürlich fällt es Emil
leichter, auf Flip zu verzichten, weil er seine ursprüngliche Familie
wiederfindet. Das wäre sicher anders, wenn Flip tatsächlich ins Tierheim
gemusst hätte. Doch die Erkenntnis, dass er zufrieden sein kann mit den Tieren,
die er hat und dass ein Hund nicht in den Familienalltag passt, ist gut
dargestellt und sicher hilfreich für manche jungen Leserinnen und Leser, von
denen sicher viele denselben Traum hegen. Auch die Darstellung der
Tierheimarbeit ist nach anfänglichem abschreckendem Szenario sehr gut gelungen,
als Zufluchtsort für Tiere, die sonst nirgendwo hinkönnten.
So lässt sich festhalten, dass der vierte
Band wieder mehrere pädagogisch wertvolle Themen aufgreift und größtenteils
auch gelungen umsetzt. Die Stärke der Reihe liegt auf jeden Fall in den
kinderfreundlichen Illustrationen, im sympathischen Helden und im Zusammenspiel
mit seinen tierischen Helfern. Ein Buch zum Träumen, Lernen und Gernhaben!
Verlagsangaben zum Buch:
- Erscheinungstag: 03.07.2023
- Seitenanzahl: 128
- Altersempfehlung: Ab 5 Jahre
- ISBN/Artikelnummer: 978-3-649-64352-4
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